Gamification – Unterricht im Spieldesign

Spielerisch Lernen ist jedem ein Begriff und jeder kann sich darunter etwas vorstellen, das Wort Gamification wird zwar immer bekannter, aber was genau verbirgt sich hinter dem Begriff? Unter Gamification versteht man, dass Menschen durch die Nutzung von typischen Spielelementen wie Spieldesign, -Mechaniken oder – Prinzipien dazu motiviert werden, bestimmte Ziele zu erreichen. Die Spielelemente werden dabei meistens von digitalen Spielen oder auch Brett- und Kartenspielen kopiert und inspiriert.

Gamification in der Schule

Im Unterricht hat dieses Modell viele Vorteile, denn die Schüler sind dadurch meist konzentrierter, weil sie ihre Motivation aus der Freude am Spiel schöpfen.

Es gibt viele positive Auswirkungen, die Gamification mit sich bringen. Zum einen wirken Themen dadurch direkt viel ansprechender, zum anderen erhalten die Schüler auch öfter Feedback, indem sie Ziele erreichen. Ebenfalls nimmt es den Druck: Kinder trauen sich öfter etwas auszuprobieren, wenn es sich um ein Spiel handelt, denn in einem Spiel sind Rückschläge leichter zu verarbeiten, als vielleicht beim Lernen.

Wie kann man die Welt der Spiele für den Unterricht nutzen?

 

Viele Lehrer, die sich noch gar nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, wissen oft nicht, welche Elemente man wie in den Unterricht einsetzten kann.

Die bekanntesten Spielelemente die sich dazu eignen sind:

  • Quest: Eine Quest ist ähnlich wie eine Mission, die Schüler erfüllen müssen, um Erfahrungspunkte zu sammeln oder das nächsthöhere Level zu erreichen. Dabei kann die Mission ganz unterschiedlich aussehen. Im Fokus kann Teamarbeit stehen, aber auch selbständige Erarbeitung von Lösungswegen sind möglich.
  • Level: Dieses Element ist gut, um Ziele einzuteilen und Schwierigkeitsstufen zu bestimmen. Je höher das Level, desto schwerer die Aufgabe, um das nächste Level zu erreichen. Die Schüler können sich also nach und nach steigern.
  • Erfahrungspunkte: Mit Erfahrungspunkten bildet man meist eine Orientierung für die Schüler. Indem sie für die Aufgaben punkte kriegen, wissen sie direkt wo sie stehen, und wieviel Erfahrung noch nötig ist, um das nächste Level zu erreichen.
  • Storytelling: Was Kinder oft auch in Spielen reizt, ist die Geschichte dahinter. Die meisten Videospiele erzählen eine Geschichte, in die die Spieler miteingebunden werden und oft eine bestimmte Rolle einnehmen. Hierbei wird quasi der ganze Aufbau der Unterrichteinheit bestimmt, da sich die Quest und Unterrichtmaterialien daran anlehnen sollen.

Tipps und was bei Gamification berücksichtigt werden sollte

Es gibt zwei Möglichkeiten Gamification zu gestalten. In der ersten Möglichkeit wird auf digitale Medien zurückgegriffen. Hierfür gibt es auch Online-Plattformen, die einen kompletten Rahmen für den Unterricht anbieten. Meistens handelt es sich hierbei um Rollenspiele, in denen die Schüler bestimmte Helden verkörpern.

Ohne digitale Medien ist Gamification natürlich auch möglich, birgt allerdings viel Arbeitet für die Lehrer, denn Geschichte, Level und Quest müssen erst erstellt und in eine stimmige Form gebracht werden.

Dabei sollte besonders beachtet werden, dass es Regeln und konkrete Ziele gibt. Bei den Lösungswegen sollten die Schüler allerdings Freiraum haben, da dies zur Kreativität motiviert. Auch Feedback in Form von Belohnungen (Levelaufstieg oder Erfahrungspunkte) darf nicht fehlen, sonst wird das Spiel wird für die Schüler uninteressant.
Wer es erstmal mit einer leichteren Art der Gamification versuchen möchte, der kann z.B. mit Buzzern und einem Quiz eine Gameshow inszenieren.

Kritik an Gamification im Unterricht

Gamification bietet viele Möglichkeiten, wird aber auch kritisiert. Die zwei meist diskutierten Nachteile der Strategie sind:

  1. Motivation oder viel mehr Manipulation: Dieser Vorwurf wird häufig gebracht, da Gamification auf Belohnungen wie Auszeichnungen, Level oder Erfahrungspunkte abzielt. Kinder würden nicht wirklich zu Lernen motiviert, sondern sind nur auf die Belohnungen aus. Diesem Einwand kann man jedoch mit der richtigen Ausrichtung von Gamification entgegenwirken. Anerkennung ist zwar relevant und sollten nicht fehlen, jedoch ist es wichtig, dass sich nicht alles um die Belohnung dreht, um die Manipulation zu vermeiden.
  2. Aus Schüler werden Konkurrenten: Das zweite Argument gegen Gamification ist, dass durch die Punkte und Belohnungen aus Schülern schnell Konkurrenten werden und dadurch die Klassengemeinschaft geschwächt wird. Auch dieser Einwand benennt eine tatsächliche Gefahr, allerdings kann zu starke Konkurrenz vermieden werden, indem zur Lösung von Aufgaben Teamwork nötig ist.

Gamification im Alltag

Nicht nur im Unterricht und für Lehrer ist Gamification ein spannendes Thema. Mittlerweile nutzen viele Menschen die Idee auch im Alltag, um sich für Aufgaben zu motivieren. Dabei stehen Apps im Fokus, bei der man To-Dos eintragen kann und bei Erledigung entsprechen Punkte bekommt. So kann man sich selbst Ziele setzen und sich damit motivieren.

Mein Fazit zum Thema Gamification

Ich persönlich durfte bereits Erfahrungen im Bereich Gamification im Alltag sammeln und muss zugeben, dass es schon motivierend ist, wenn man ein Ziel vor Augen hat. Sogar Aufgaben wie Wäsche Aufhängen machen durch die Spieleinbindung etwas mehr Spaß.

In meinen Unterricht habe ich Gamification bisher leider noch nicht einbauen können, kann es mir allerdings sehr gut vorstellen und vermute, dass das Erstellen einer Geschichte auch den Lehrern selbst Spaß machen kann.
Für mich ist es auf jeden Fall eine Option, mit der ich ein Thema mal etwas anders aufbereiten kann. In Zukunft werde ich Gamification also auf jeden Fall ausprobieren.

Wie steht ihr zu diesem Thema? Habt ihr von Gamification bereits gehört? Könntet ihr euch das als Unterrichtsaufbereitung vorstellen oder vielleicht sogar im Alltag?

Über Feedback von euch, würde ich mich freuen!

Ich bin immer auf der Suche nach interessanten Themen, die meinen Horizont erweitern. Insbesondere interessiert mich als angehende Lehrerin natürlich der Bildungsbereich, ich möchte mich aber auf nichts festlegen. Überall lassen sich spannende Themen finden.

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