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Verbot: Homeschooling – Vor- und Nachteile der Schulpflicht

In den letzten Monaten kreiste das Wort Homeschooling infolge der Corona Krise mehr durch die deutschen Medien, als jemals zuvor. Aber was genau ist darunter zu verstehen und wie kann ein Homeschooling überhaupt realisiert werden, wenn doch Schulpflicht besteht? Diese Fragen wollte ich genauer beantworten, also habe ich recherchiert. Begriffserklärung: Unterschied Homeschooling und Homelearning Aufgrund der Corona-bedingten Schulschließungen gab es keine Möglichkeit, den Unterricht in gewohnter Form fortzusetzen. Damit dabei keine große Bildungslücke entsteht, mussten die Lehrer in den letzten Monaten kreativ werden und haben Aufgaben für Zuhause aufgegeben. Hierbei gab es verschiedene Ansätze, die je nach technischem Stand der Schüler-Haushalte angepasst werden mussten, damit es nicht zu Benachteiligungen kommt. Der Begriff „Homeschooling“ ist für dieses Konzept allerdings falsch gewählt, denn die bisherige Definition bedeutet eigentlich: Häuslicher Unterricht, also Unterricht, der von Privatlehrern oder Eltern im eigenen Zuhause gegeben wird und als Alternative zum Unterricht in der Schule stattfindet. Vor allem in den USA ist diese Form der Schulbildung vertreten. Auch in Deutschland waren die Eltern gefragt und haben ihren Kindern zuhause Fragen beantwortet, Aufgaben kontrolliert und vieles mehr. Da die Kinder allerdings weiter der Schulpflicht unterliegen, Arbeiten und Prüfungen geschrieben werden müssen und der Unterrichtsinhalt von den Lehrer*innen bestimmt wird, handelt es sich nicht um wirkliches „Homeschooling“. Eine wesentlich treffendere Bezeichnung wäre „Home-Learning“. Ein Verbot in Deutschland, in Amerika Normalität In Deutschland gilt die Schulpflicht seit 1919 – und seitdem ist reines Homeschooling auch verboten. Wie erwähnt sieht es in den USA jedoch anders aus. Hier wurde im Jahr 1933 der häusliche Unterricht in allen Bundesstaaten erlaubt. Viele Amerikaner wundern sich über die strenge deutsche Schulpflicht, denn bei ihnen ist Homeschooling nicht ungewöhnlich. Im Jahr 2009 wurden rund 1,5 Millionen Kinder zuhause unterrichtet. Die genauen Regelungen für den Heimunterricht sind von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich, in einigen muss das Kind gemeldet sein und in anderen jedes Jahr eine Prüfung abgelegen, um den Lernerfolg nachzuvollziehen. Doch nicht nur auf der anderen Seite des Atlantiks ist es Familien freigestellt, wie ihre Kinder unterrichtet werden. Auch in unseren direkten Nachbarländern ist Homeschooling erlaubt, zum Beispiel in Frankreich, Dänemark oder Österreich.

Gamification – Unterricht im Spieldesign

Spielerisch Lernen ist jedem ein Begriff und jeder kann sich darunter etwas vorstellen, das Wort Gamification wird zwar immer bekannter, aber was genau verbirgt sich hinter dem Begriff? Unter Gamification versteht man, dass Menschen durch die Nutzung von typischen Spielelementen wie Spieldesign, -Mechaniken oder – Prinzipien dazu motiviert werden, bestimmte Ziele zu erreichen.Die Spielelemente werden dabei meistens von digitalen Spielen oder auch Brett- und Kartenspielen kopiert und inspiriert. Gamification in der Schule Im Unterricht hat dieses Modell viele Vorteile, denn die Schüler sind dadurch meist konzentrierter, weil sie ihre Motivation aus der Freude am Spiel schöpfen.Es gibt viele positive Auswirkungen, die Gamification mit sich bringen. Zum einen wirken Themen dadurch direkt viel ansprechender, zum anderen erhalten die Schüler auch öfter Feedback, indem sie Ziele erreichen. Ebenfalls nimmt es den Druck: Kinder trauen sich öfter etwas auszuprobieren, wenn es sich um ein Spiel handelt, denn in einem Spiel sind Rückschläge leichter zu verarbeiten, als vielleicht beim Lernen. Wie kann man die Welt der Spiele für den Unterricht nutzen?   Viele Lehrer, die sich noch gar nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, wissen oft nicht, welche Elemente man wie in den Unterricht einsetzten kann.Die bekanntesten Spielelemente die sich dazu eignen sind: Quest: Eine Quest ist ähnlich wie eine Mission, die Schüler erfüllen müssen, um Erfahrungspunkte zu sammeln oder das nächsthöhere Level zu erreichen. Dabei kann die Mission ganz unterschiedlich aussehen. Im Fokus kann Teamarbeit stehen, aber auch selbständige Erarbeitung von Lösungswegen sind möglich. Level: Dieses Element ist gut, um Ziele einzuteilen und Schwierigkeitsstufen zu bestimmen. Je höher das Level, desto schwerer die Aufgabe, um das nächste Level zu erreichen. Die Schüler können sich also nach und nach steigern. Erfahrungspunkte: Mit Erfahrungspunkten bildet man meist eine Orientierung für die Schüler. Indem sie für die Aufgaben punkte kriegen, wissen sie direkt wo sie stehen, und wieviel Erfahrung noch nötig ist, um das nächste Level zu erreichen. Storytelling: Was Kinder oft auch in Spielen reizt, ist die Geschichte dahinter. Die meisten Videospiele erzählen eine Geschichte, in die die Spieler miteingebunden werden und oft eine bestimmte Rolle einnehmen. Hierbei wird quasi der ganze Aufbau der Unterrichteinheit bestimmt, da sich die Quest und Unterrichtmaterialien daran anlehnen sollen. Tipps und was bei Gamification berücksichtigt werden sollte Es gibt zwei Möglichkeiten Gamification zu gestalten. In der ersten Möglichkeit wird auf digitale Medien zurückgegriffen. Hierfür gibt es auch Online-Plattformen, die einen kompletten Rahmen für den Unterricht anbieten. Meistens handelt es sich hierbei um Rollenspiele, in denen die Schüler bestimmte Helden verkörpern.Ohne digitale Medien ist Gamification natürlich auch möglich, birgt allerdings viel Arbeitet für die Lehrer, denn Geschichte, Level und Quest müssen erst erstellt und in eine stimmige Form gebracht werden.Dabei sollte besonders beachtet werden, dass es Regeln und konkrete Ziele gibt. Bei den Lösungswegen sollten die Schüler allerdings Freiraum haben, da dies zur Kreativität motiviert. Auch Feedback in Form von Belohnungen (Levelaufstieg oder Erfahrungspunkte) darf nicht fehlen, sonst wird das Spiel wird für die Schüler uninteressant.Wer es erstmal mit einer leichteren Art der Gamification versuchen möchte, der kann z.B. mit Buzzern und einem Quiz eine Gameshow inszenieren. Kritik an Gamification im Unterricht Gamification bietet viele Möglichkeiten, wird aber auch kritisiert. Die zwei meist diskutierten Nachteile der Strategie sind: Motivation oder viel mehr Manipulation: Dieser Vorwurf wird häufig gebracht, da Gamification auf Belohnungen wie Auszeichnungen, Level oder Erfahrungspunkte abzielt. Kinder würden nicht wirklich zu Lernen motiviert, sondern sind nur auf die Belohnungen aus. Diesem Einwand kann man jedoch mit der richtigen Ausrichtung von Gamification entgegenwirken. Anerkennung ist zwar relevant und sollten nicht fehlen, jedoch ist es wichtig, dass sich nicht alles um die Belohnung dreht, um die Manipulation zu vermeiden. Aus Schüler werden Konkurrenten: Das zweite Argument gegen Gamification ist, dass durch die Punkte und Belohnungen aus Schülern schnell Konkurrenten werden und dadurch die Klassengemeinschaft geschwächt wird. Auch dieser Einwand benennt eine tatsächliche Gefahr, allerdings kann zu starke Konkurrenz vermieden werden, indem zur Lösung von Aufgaben Teamwork nötig ist. Gamification im Alltag Nicht nur im Unterricht und für Lehrer ist Gamification ein spannendes Thema. Mittlerweile nutzen viele Menschen die Idee auch im Alltag, um sich für Aufgaben zu motivieren. Dabei stehen Apps im Fokus, bei der man To-Dos eintragen kann und bei Erledigung entsprechen Punkte bekommt. So kann man sich selbst Ziele setzen und sich damit motivieren. Mein Fazit zum Thema Gamification Ich persönlich durfte bereits Erfahrungen im Bereich Gamification im Alltag sammeln und muss zugeben, dass es schon motivierend ist, wenn man ein Ziel vor Augen hat. Sogar Aufgaben wie Wäsche Aufhängen machen durch die Spieleinbindung etwas mehr Spaß.In meinen Unterricht habe ich Gamification bisher leider noch nicht einbauen können, kann es mir allerdings sehr gut vorstellen und vermute, dass das Erstellen einer Geschichte auch den Lehrern selbst Spaß machen kann.Für mich ist es auf jeden Fall eine Option, mit der ich ein Thema mal etwas anders aufbereiten kann. In Zukunft werde ich Gamification also auf jeden Fall ausprobieren.Wie steht ihr zu diesem Thema? Habt ihr von Gamification bereits gehört? Könntet ihr euch das als Unterrichtsaufbereitung vorstellen oder vielleicht sogar im Alltag?Über Feedback von euch, würde ich mich freuen!

Zeitmanagement – Habe ich überhaupt Zeit für mehr Bildung?

„Alle Menschen streben von Natur nach Wissen.“, schrieb bereits Aristoteles (384-322 v. Chr.)  in einem seiner Werke. Viele Philosophen und auch Forscher gehen zwar auch davon aus, dass der Mensch immer nach Wissen strebt, trotz dieser Annahme stelle ich jedoch häufig fest, dass die viele Menschen sich genau dafür doch sehr wenig Zeit nehmen.„Ich würde so gerne eine neue Sprache lernen.“, „Ich wollte schon immer mal ein Instrument spielen können.“, und vieles mehr sind Sätze, die ich immer wieder in meinem Freundeskreis höre. Die Antwort auf die Frage warum man es noch nicht getan hat bleibt meist: “Dafür habe ich leider keine Zeit.“ Wir haben genug Zeit – mit Zeitmanagement Mein Zeitmanagement war früher eine Katastrophe und besonders während meines Studiums musste ich hart daran arbeiten. Oft habe ich mir viel zu viel vorgenommen und war enttäuscht, wenn ich nicht alles geschafft habe. Besonders wichtig wurde mir Zeitmanagement als ich mich gefragt habe, wann ich mir das letzte Mal bewusst Zeit genommen habe, außerhalb von Schule, Uni oder im Job etwas zu lernen.Ich ertappte mich selbst oft bei Gedanken wie zum Beispiel: „Ich würde gerne…“. Um also bewusst etwas zu Lernen, brauchte ich Zeit und die verschafft man sich mit einem guten Zeitmanagement.Neben dem Job, vielleicht Kindern, Haushalt, sozialen Verpflichtungen und dem Wunsch nach einer Pause, lässt sich vielleicht nicht mehr unendlich viel Zeit für die eigene Weiterbildung aufbringen, aber dennoch genug, um etwas zu lernen.Durch ein paar Tipps und Tricks habe ich es geschafft mir ungefähr 3 Stunden die Woche Zeit für mich und meine Bildung zu nehmen, ohne das Gefühl zu haben, etwas anderes zu vernachlässigen. Im Folgenden möchte ich drei Schritte mit euch teilen, die euch auch die Möglichkeit geben, mehr Zeit für die eigene Weiterbildung zu haben.Werde dir deiner Zeit bewusst.Bevor man sich seine Zeit einplanen kann, ist es wichtig zu wissen wie viel Zeit man denn überhaupt hat. Es empfiehlt sich also zunächst einmal eine Bestandaufnahme zu machen. Das funktioniert am besten, wenn man in einer ganzen Woche aufschreibt, wofür man wie lange gebraucht hat. Dabei sollte man möglichst genau sein und wirklich alle Aktivitäten aufschreiben, wie zum Beispiel: Einkaufen, Kochen, Duschen oder auf dem Sofa liegen.Nach einer Woche lässt sich schon gut erkennen, welche Aktivität, welchen Zeitaufwand in Anspruch nimmt. Für Ausnahmefälle sollte man sich einen Zeitpuffer dazu rechnen, damit auch situationsbedingte Probleme nicht außer Acht gelassen werden. Setzte dir Prioritäten.In diesem Schritt ist zu beachten, dass es zwei Arten gibt, Prioritäten zu unterteilen: In der einen betrachtet man Aufgaben aus objektiver Sicht, in der anderen werden die Aufgaben subjektiv bewertet. Ein gutes Zeitmanagement macht auch aus, dass jeder auf seine eigenen Bedürfnisse eingehen kann und trotzdem mehr Zeit für sich gewinnt.Es geht bei dem Prioritätensetzten besonders darum euch eurer Bedürfnisse bewusst zu werden und nicht z.B. aus Zeitmangel nur 5 Stunden zu schlafen, damit man trotzdem alles schafft.Ich habe zum Beispiel, meine Einkäufe reduziert und meine Woche mit einem Essensplan strukturiert, damit ich nur einmal in der Woche einkaufen gehen muss. So erfülle ich meine Bedürfnisse und spare dennoch Zeit. Erstelle einen Zeitplan.Mit dem ersten und zweiten Schritt hast du nun genug Input, um einen guten Zeitplan zu erstellen. Es ist wichtig, sich schon bei dem Erstellen, darüber im Klaren zu sein, dass es sich nur um einen allgemeinen Überblick und weniger um einen strikten Plan handelt.Erstelle dir einen Stundenplan und teile dir deine Zeiten auf der Basis deiner Prioritäten und der benötigten Zeit für die jeweiligen Aktivitäten ein.Falls Aufgaben anfallen, die erledigt werden müssen, aber nicht der Regel entsprechen wie zum Beispiel den Kleiderschrank ausmisten, schaue dir zu Beginn der Woche den Plan an und überlege dir, welchen Zeitraum du dafür brauchst und welche Tätigkeiten dafür wegfallen können.Hinweis: Trage dir auch Freizeit in deinen Stundenplan, damit du auch Zeit für ungeplante Aktivitäten hast. DIE UMSETZUNG DES ZEITMANAGEMENTS – HILFREICHE TIPPS FÜR DAS GRÖSSTE PROBLE​M Viele Menschen haben bereits die wichtigsten Werkzeuge zur Hand, oft scheitert es dann aber an der Umsetzung und der Disziplin, immer wieder einen Blick auf die Zeit und den Stundenplan zu werfen.Besonders am Anfang kommt einem das ständige auf die Uhrzeit achten und überlegen, was als nächstes auf dem Plan steht, sehr anstrengend vor. Lasst euch aber eines sagen: Es wird besser! Dranbleiben ist wie bei den meisten Dingen auch hier sehr wichtig, denn irgendwann entwickelt sich das vermeintlich Lästige zur Routine. Wenn das passiert wird deutlich, was gutes Zeitmanagement bedeutet und verändern kann.Ein Tipp zum Dranbleiben: Forscher haben festgestellt, dass es ca. 30 Tage dauert, bis aus einer neuen, regelmäßigen Aktivität eine richtige Gewohnheit wird. Also macht aus eurem Zeitmanagement doch einfach eine 30 Tage Challenge!Ich hoffe ihr konntet ein bisschen etwas aus meinen Erfahrungen zum Thema Zeitmanagement mitnehmen.Hattet ihr vielleicht ähnliche Erfahrungen? Wie sieht eurer Zeitmanagement aus? Habt ihr auch den ein oder anderen Tipp?Über einen Kommentar von euch, würde ich mich freuen!

Das große Thema mit G – G8 oder G9?

Das meist diskutierteste Thema in der Schulpolitik: G8 oder G9? Welche Regelung ist gut und welche schlecht? Diese Debatte gibt es schon seit Jahren, die Bundesländer haben oft unterschiedliche Regelungen, wenn es um darum geht, wie lang der Weg zum Abitur an einem Gymnasium dauert.Die Fragen die sich oft daraus ergeben: Warum gibt es unterschiedliche Modelle? Was sind überhaupt die Vorteile? Und was die Nachteile? Im Folgenden, möchte ich euch auf einen kleinen Exkurs ins Thema Schulpolitik nehmen und diese Thematik etwas näher beleuchten. Dieses Thema ist wirklich nicht sehr leicht, weil es sehr facettenreich ist und man oft nur einen kleinen Ausschnitt betrachten kann. Deswegen möchte ich vorab darauf aufmerksam machen, dass ich in diesem Blogeintrag nur einen kleinen und kurzen Einblick geben kann und es natürlich noch mehr Perspektiven und Teile dieser Diskussion gibt, als von mir aufgeführt.   Was bedeutet G8 und G9? Zunächst sollte man einmal genau klären, was G8 und G9 zu bedeuten haben. Hierbei steht das „G“ für die Schulform Gymnasium, und die 8 bzw. 9 für die regulären Schuljahre die es benötigt um die Allgemeine Hochschulreife, also das Abitur zu bekommen. Schnell wird also klar: Der Unterschied bei diesen beiden Modellen ist, dass die Schulzeit bei dem G8 Modell verkürzt ist. Wer trifft die Entscheidung über G8 oder G9? Bildungs- und Schulpolitik liegen in dem Verantwortungsbereich der einzelnen Bundesländer. Daraus ergeben sich die unterschiedlichen Regelungen in Deutschland.Die Parteien sind nicht alle der gleichen Meinung, deswegen ist es oft der Fall, dass wenn eine neue Partei in dem einzelnen Bundesland die Regierung übernimmt, das Thema neu diskutiert und manchmal sogar ein neues Modell festgelegt wird. Nimmt man das Bundesland Nordrhein-Westfalen als Beispiel, so lässt sich ein Hin und Her erkennt.Ein kurzer Einblick: 2013 hat der erste G8-Jahrgang in NRW seinen Abschluss gemacht, allerdings wurde bereits wieder entschieden, dass ab dem Schuljahr 2019/2020 wieder die Regelungen für das Modell G9 gelten und die Jahrgänge sechs und darunter wieder ein Jahr länger in die Schule gehen. Der erste betroffene Jahrgang macht, dann seinen Abschluss 2027. Insgesamt waren damit 14 Jahrgänge vom G8 Modell betroffen. Wer trifft die Entscheidung über G8 oder G9? Bildungs- und Schulpolitik liegen in dem Verantwortungsbereich der einzelnen Bundesländer. Daraus ergeben sich die unterschiedlichen Regelungen in Deutschland.Die Parteien sind nicht alle der gleichen Meinung, deswegen ist es oft der Fall, dass wenn eine neue Partei in dem einzelnen Bundesland die Regierung übernimmt, das Thema neu diskutiert und manchmal sogar ein neues Modell festgelegt wird. Nimmt man das Bundesland Nordrhein-Westfalen als Beispiel, so lässt sich ein Hin und Her erkennt.Ein kurzer Einblick: 2013 hat der erste G8-Jahrgang in NRW seinen Abschluss gemacht, allerdings wurde bereits wieder entschieden, dass ab dem Schuljahr 2019/2020 wieder die Regelungen für das Modell G9 gelten und die Jahrgänge sechs und darunter wieder ein Jahr länger in die Schule gehen. Der erste betroffene Jahrgang macht, dann seinen Abschluss 2027. Insgesamt waren damit 14 Jahrgänge vom G8 Modell betroffen. Was spricht für G8? Besonders Eltern fragen sich meistens, was überhaupt für das G8 Modell spricht, denn warum sollte mein Kind, weniger Zeit als andere Kinder in anderen Bundesländern haben dürfen, für denselben Abschluss, mit fast den gleichen Anforderungen?Dazu muss man folgende Perspektive berücksichtigen: In der Schule geht es immer darum, die Kinder zu bilden und auf ihren Beruf bzw. ihre Ausbildung oder ihr Studium vorzubereiten, damit auch die nächste Generation ein Teil des Wirtschaftssystems wird. Die Politik hat natürlich oft Interesse daran, dass so viele Menschen wie möglich in Deutschland erfolgreich am Wirtschaftssystem teilnehmen. Es würde sich also positiv auswirken, wenn Schüler dadurch, dass sie früher in den Beruf einsteigen, auch länger berufstätig sind. Was spricht gegen G8? Wenn man alle Argumente die mit dem sozialen Leben und dem einhergehenden Stress, durch das höhere Lernpensum des G8-Modells mal außer Acht lässt (allein schon wichtige Argumente), steht für mich besonders eine Frage im Vordergrund: Wissen diese jungen Abiturienten nach dem Abschluss wie es weitergeht oder was sie werden wollen? Leider lautet hier, in den meisten Fällen, die Antwort: Nein. Denn das Ziel, der Politiker, wird immer öfter von den Abiturienten durchkreuzt. Die meisten nehmen sich nach dem Abitur eine Auszeit und machen ein Jahr Work&Travel, sind als Au-Pair tätig oder jobben einfach nur nebenbei. Doch selbst, wenn jemand direkt nach dem Abschluss sein Studium beginnt, muss das nicht heißen, dass das auch die richtige Entscheidung war und das Studium nicht vielleicht abgebrochen wird. Bedenkt man all das, stellt sich die Frage, ob das Ziel der Politiker vielleicht nur bei wenigen wirklich erreicht wird. Mein persönliches Fazit Ich habe mein Abitur mit 13 Jahren Schule vollendet und für mich persönlich habe ich Schule schon damals als etwas sehr Schönes empfunden, weil besonders die Schulzeit einen Menschen prägt. Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch seinen Weg finden muss und dass das eine gewisse, nicht bei allen gleich lang dauernde Zeit in Anspruch nimmt. Eine Verkürzung der Schulzeit sorgt oft nicht für die Verkürzung, die viele Menschen brauchen, um ihren Weg zu finden. Wie lange wart ihr in der Schule? Hättet ihr lieber mehr oder weniger Zeit für euer Abitur gehabt oder habt ihr vielleicht Kinder die von der G8 Regelungen betroffen sind? Über einen Kommentar von euch würde ich mich freuen!